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Die Kirche Maria Königin in Dörsdorf

Jahrhundertelang gehörte Dörsdorf zur Pfarrei Thalexweiler, der damals einzigen im Theeltal. Wegen des weiten und beschwerlichen Weges besuchten viele Dörsdorfer aber über den kürzeren sogenannten "Kirchenpfad" die Kirche in Scheuern. Als um 1900 die Bevölkerungszahl in den Dörfern sehr stark gewachsen und die Pfarrkirche in Thalexweiler viel zu klein geworden war, gründete man 1902 in Dörsdorf einen Kapellenbauverein mit dem Ziel, eine größere Kapelle für regelmäßige Sonntagsgottesdienste zu bauen. Auf Betreiben des Thalexweiler Pfarrers Zilliken stimmten die Dörsdorfer dann jedoch dem Neubau einer Pfarrkirche am Ortseingang von Steinbach zu. Diese wurde 1913 eingesegnet. 1925 wurde die selbstständige Pfarrei Steinbach - Dörsdorf errichtet.

Als in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Bevölkerungszahlen wieder stark gestiegen waren, der Fahrzeugverkehr auf der Straße zur Pfarrkirche nach Steinbach stetig zunahm und in anderen Orten der Umgebung neue Kirchen gebaut wurden, erwachte der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus neu. 1957 wurde ein Kirchbauverein gegründet, aber erst 1960 stimmten der Kirchenvorstand und das Bistum dem Kirchbau in Dörsdorf zu.

Nach den Plänen des Architekten Hans Schick aus Sulzbach wurde 1961 im "Betzem" in der Ortsmitte mit den Bauarbeiten begonnen. In dem feuchten Wiesengelände musste zunächst eine neun Meter tiefe Pfahlgründung geschaffen werden. Nach einer Bauzeit von etwas mehr als zweieinhalb Jahren und einem Kostenaufwand von 1.125.000 DM waren Kirche und Turm vollendet. Am 27. Mai 1964 wurde die neue Kirche von dem damaligen Weihbischof Dr. Bernhard Stein benediziert. Kirchenpatrone sind "MARIA KÖNIGIN" und "ST. MICHAEL".

Die Dörsdorfer Kirche hat ca. 600 Sitzplätze. Der eigentliche Kirchenraum ist mit 27 x 28 m fast quadratisch. Das Tragwerk besteht aus vier Eckpfeilern aus Stahlbeton, die, in Höhe der Decke abgekragt, sich kreuzförmig über dem Mittelpunkt des Kirchenraumes treffen. Die Decke ist mit Holz verkleidet. Das Dach besteht aus Kupferblech. Über den Erkern in jeder Ecke sind große bleiverglaste Fenster mit Gläsern in verschiedenen Rot- und Grautönen eingebaut. Der rechts neben dem Altarraum gelegene Erker dient als Taufkapelle. Dort steht das aus Marmor gehauene Taufbecken. Der Altarraum wird von einem höher liegenden halbkreisförmigen Anbau aus verfugtem Sandstein gebildet. Fußboden und Treppen bestehen aus hellem Marmor. Die Sakristei ist in einem Anbau mit weiteren drei Räumen untergebracht. Diese waren als Kaplanswohnung geplant, werden jetzt aber als Gemeinderäume für Spielkreise, Jugendveranstaltungen, Kinderkirche und andere kleinere Veranstaltungen benutzt. Aus der Werkstatt des Bildhauers W. Schell stammen die lebensgroßen Statuen der Kirchenpatronin "Maria Königin" links und "Josef, des Arbeiters" rechts des Altarraumes sowie die Kreuzwegstationen an den beiden Seitenwänden. An der straßenseitigen Außenfront zeigt ein großes Mosaikbild den zweiten Patron der Kirche, "St. Michael". Die Orgel mit 1072 Pfeifen und 17 Registern wurde im Jahre 1977 von der Fa. Romanus Seifert erbaut.

In dem mit Turmkreuz 34 m hohen, vom Kirchengebäude abgesetzten Turm hängen drei Glocken: die "Marienglocke", die "Michaelsglocke" und die "Friedensglocke". Im Erdgeschoss des Turmes befindet sich eine Kapelle zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege mit einer Pieta und einem Wandmosaik "Auferstehung". 63 Keramiktäfelchen nennen Namen und Daten der Kriegsopfer.

Autor: Bernhard Scholl; Dörsdorf 2008; Textquelle: Scholl, Bernhard: Historischer Kalender Lebach 2009 - Die Lebacher Kirchen, August 2009

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